Nur ein paar Fragen ohne Antworten.

by freimachen

Ein paar Fragen, die zu stellen ich keine Gelegenheit mehr bekommen werde, und deren Antworten sowieso in dem stinkenden, eitrigen Geschwür namens mangelndem Rückrat ersticken würden, bevor sie jemals das Sprachzentrum erreichen könnten.

Nur ein paar Fragen.

Und dennoch spuken sie herum. Unentwegt. Unter der Dusche, beim Aufwachen, in schlaflosen Nächten, beim Wegschmeißen von Erinnerungen, im Kopf und vor allem im Herzen. Das Herz, das es so nicht mehr gibt, und das doch so gerne wieder sein will. Irgendwann. Das Leben geht weiter. Immer mit dabei die Gewissheit, dass es Jahre brauchen wird, jemals wieder so zu vertrauen, zu lieben und wertzuschätzen. Mit dem jetzt schon vorhandenen schlechten Gewissen, dass Menschen die es wirklich verdient hätten, kommen und zwangsläufig schnell wieder gehen werden, weil sie es letztendlich nicht schaffen werden und wollen, mich von dem Gegenteil zu überzeugen.

Und so frage ich mich: War es das wert? Hat es was gebracht? Das gebracht? Ist der Frust tatsächlich wie erhofft mit mir gegangen? Geht es gut? Geht es jetzt tatsächlich besser? Besser ohne, als mit?

Ich könnte wetten, diese Fragen würden, was sie nie würden, ein Nein als Antwort bekommen. Nicht aus Selbstüberschätzung heraus, sondern aus tiefen Wissen. Heraus aus dem Bauchgefühl, das nie falsch lag und oft warnend die Hand gehoben, und schützend den Arm um einen gelegt hat. Aber selbst wenn ich diese Wette tatsächlich gewinnen würde, wie eigentlich alle Wetten, denn ich wette nur, wenn ich mir sicher bin, wäre es kein Sieg. Denn hierbei geht es nicht um das Gewinnen, das ging es nie.

Es wäre ein Sieg mit dem bitteren Beigeschmack einer finalen Niederlage. Plus und Minus, die sich gegenseitig aufheben und in der Summe ein riesiges Minus stehen lassen.

Es sind nur ein paar Fragen ohne Antworten. Eine überflüssige Angelegenheit.
Nicht mehr als das.

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