Pages macht auf Sprachfetischist.

by freimachen

Erstmal vorab ein paar bewundernde Worte: wie schön, dass sich wenigstens noch einer um die Sprachverrohung und den Hang zum Bullshitbingo zur Wehr setzt. Dass sich diesen Anspruch jedoch ausgerechnet das Apple-eigene Textverarbeitungsprogramm Pages auf die Fahne geschrieben hat, verwundert mich dann doch. Dass es sich dabei auch noch bei einem eigentlich sehr aussagekräftigen, konkreten Wort auf den Sprachschlips getreten fühlt, verwundert mich dabei so sehr, dass ich nun darüber schreiben muss.

Wie ich darauf komme?

Als ich gerade fleißig vor mich hin geschrieben habe, signalisierte mir eine grün-gepunktete Linie unterhalb des schönen Wortes “Motivation” einen Einwand! Richtig geschrieben war es, also was wollte mir Pages sagen?!?

Ein kurzer Mausklick enthüllte den Stein des Anstosses. Ein wenig vorwurfsvoll standen dort nämlich, ich zitiere wörtlich, die mahnenden Worte:

“Modewort. Versuchen Sie einen präziseren Ausdruck zu verwenden”.

Ähm ja, danke. Aber ich wollte doch wirklich, wirklich dieses böse Wort Motivation benutzen, weil es dort hingehörte, Liebes Pages. Und es ging hier nicht um Mode. Ehrlich. Und seit wann überhaupt ist Motivation denn bitte ein Modewort??? Bin ich mit meinen weniger als 30 Jahren doch schon so aus der Mode, dass ich das gar nicht mitbekommen habe?

Liebes Page, wenn du darauf nun auch noch eine Anwort hast, dann schwöre ich, bleibe ich ab jetzt und bis zum Ende ein Appleanhänger. Denn Herr Gates, das müssen sie zugeben, bei so viel sprachlicher Fürsorge können sie einpacken. Aber sowas von.

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