Das Nichts.

by freimachen

Eingerahmt, wahlweise von Locken, Falten, Pickeln, Vollbart, Schneuzer oder einfach nur glanzlos unprätentiöser, lichter werdender Haarpracht in nichtssagendem Deutschblond, gibt es da einen faszinierenden Raum ohne viel Inhalt….

Das Nichts.

Dieses Nichts ist trotz fehlendem physikalischem Volumen spürbar da. Tritt in vielsagend nichtsagenden Dialogen in unangenehmer Regelmäßigkeit zum Vorschein.

Was denkst du? Nichts. Wie gehts dir? Weiß nicht. Was meinst du dazu? Hmm… nichts. Was hast du? Nichts. Was wollen wir heute machen? Hmm… Nichts?!?

Wohin das Ohr lauscht, einfach eine Menge Nichts. Abgefüllt in penibel dosierte Einheiten, kommt es wahllos bei den merkwürdigsten Gelegenheiten zum Einsatz.

Und ehrfürchtig versucht Frau von Welt seit jeher diese Untiefen zu ergründen. Anstrengender als eine Weltraummission, in der es ja zumindest noch die Leichtigkeit der Schwerelosigkeit gibt, stösst sich das weibliche Geschlecht in ermüdender Regelmäßigkeit an diesem Phänomen. Und eine traurige Gewissheit macht sich breit. Der genetisch bedingte Ergeiz, dieses Rätsel auf Teufel komm raus lösen zu wollen, prallt einfach nur ab. Mit voller Breitseite.

Ist denn da wirklich nichts, wo Frau, dank weitreichender eigener Erfahrungen, Abgründe und Tiefgründe erwarten möchte? Haben Generationen von emanzipierten Frauen wertvolle Energien nur für ein Nichts aufgewendet? Nur um diese Energien letztendlich vor einer Wand mit undurchdringbarer Leere zerschellen sehen zu müssen?

Ist es womöglich wirklich alles so einfach?

Und bedeutet diese Erkenntnis, dass wir uns jetzt endlich wieder den wichtigeren Dingen zuwenden können?

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