07.11.08 – Black Kids, Hamburg

by freimachen

Eigentlich habe ich mir fest vorgenommen, mal wieder einen Konzertbericht zu schreiben. Schon alleine um mich dran zu erinnern, mal wieder auf einem Konzert gewesen zu sein. Und eigentlich wollte ich über den Black Kids Auftritt am letzten Samstag im Knust in Hamburg schreiben.


Doch jetzt beim Schreiben stelle ich fest, wie wenig mir von dem Abend im Gedächtnis geblieben ist. Und nein,
Vermutungen, die Amnesie wäre alkholbedingt, kann ich bestimmt zurückweisen, der Abend war hamburg-unlike wirklich sehr gesittet.
Also muss es wohl am Konzert selbst gelegen haben, dass mir einfach keine auf den Punkt gebrachten Beobachtungen einfallen wollen, die das Erlebte adäquat beschreiben könnten. Das erste was mir in den Sinn kommt, war die Tatsache, dass anders als erwartet, der Altersdurchschnitt der Besucher, deutlich über dem der Band lag. Was ich schon erstaunlich fand, hatte ich doch in meiner klischeehaften Vorstellung ein zahnspangentragendens aufgestyltes Poserpublikum unterhalb der Volljährigkeit erwartet, dass dem aufgeputschten Hype um diese Myspace-Band erlegen ist. Doch nada. Und das machte es sehr zumindest sympathisch und irgendwie kurios.

Tja, und das Konzert an sich? Es war nett, die Songs machten Laune, die Beine zuckten und doch war jeder Takt von dem Wissen begleitet, eine Band vor sich zu haben, deren Halbwertszeit bald überschritten sein wird. Da konnten selbst die lässig arangierten, synthipop-untermalten Teenagersongs mit Mitgröhlcharakter nicht drüber hinwegtäuschen.

Und so entlassen einen die Floridaner mit dem guten Gefühl, zwar wenig Nachhaltiges erlebt zu haben, aber kurzzeitig die gute Laune rausgekramt zu haben. Und die, die blieb auch noch nach den Schlußakkorden, wenn auch angeschlagen mit müder Grundstimmung.

Also verschiebe ich den Konzertbericht um ein weiteres Mal und verabschiede mich mit der Erkenntnis, dass nicht alles was gut war, auch behalten werden will.

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