Das Schwellenalter – Teil 2

by freimachen

Option 1

– irgendwas zwischen „ich bin so jung, wie ich mich fühl“ und „kaputt ist nur das, was nicht mehr steht“ –

Diese Hälfte der einstigen Generationen X & Y klammert sich mit faltiger Vehemenz an längst vergangene Jugendkulturen und Rituale. Sie versucht die Fassade aufrecht zu erhalten und ergibt sich in gesundheitsgefährdender Regelmäßigkeit den Reizen der Nacht. Auf Leber komm’ raus.

Da wird gefeiert und gev****t als ob es kein Morgen gibt, der Drink des öfteren zweimal durch den Magen gejagt bis am Ende sich selbst 12-Jährige ein „boah is ja krass wie der aussieht, alder“ nicht mehr verkneifen können. Gefühle sind bis zur Promillegrenze von mindestens 2,0 als Todsünde verschrien. Es lebe die Fassade.

Und der Freundeskreis? Tja. Bemüht man sich noch gut gemeinte, mitleidige Einladungen zu Pärchen-wir-gucken-uns-(bitte auswählen)-Urlaubsfotos-Kinder-Wohnungseinrichtungen-an-Abende selbstbewusst auszuschlagen, so stellt man irgendwann wehmütig fest, dass soziale Kontakte sich auf ein mindestes reduziert haben. Denn schließlich frisst auch selbst das einst so revolutionistische, jetzt nur noch oberflächlichste, narzisstischste Lebensmodell mit den Jahren seine Kinder und dezimiert die möglichen Abendbegleitungen auf ein überschaubares Zweiergrüppchen.

Will man angesichts dieser traumatischen Erlebnisse dann noch in die andere Generationshälfte wechseln, natürlich nur inoffiziell, denn das hart erkämpfte Image will ja alibimäßig noch ein wenig aufrecht erhalten werden, so steht man schnell vor den Grenzen der harten Realität. Die Besten sind wech, die Guten vergeben, die Leber ruiniert und die eigene Zeugungskraft: erloschen wie der letzte Funke Stolz.

Und niemand weiß, ob’s wirklich wieder zurück auf Los geht. Tja.

Und die andere Hälfte?

Das steht in Teil 3:
„Option 2 – Irgendwas zwischen „Der eine hat’s leicht, der andere Rücken“ und „Ach, so spät schon?“ „

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