Werbeverwunderungen zum Thema “Unbequem”

by freimachen

Als ich gerade auf dem Klo saß (wird noch spannender…), blätterte ich so durch den Jubliäums-Spiegel zum 60. vom 07.01.2007. Da so 60 Jahre Geschichte ja ordentlich verdaut werden wollen, lieg die Zeitschrift eben seit Erscheinen an diesem dunklen Ort und wird dort immer mal wieder zur Hand genommen.

Zum ersten Mal seitdem, gewann dabei heute eine Porsche-Anzeige meine volle Aufmerksamkeit.

Folgendes Bild: Ein roter (!) Porsche, im Abenteuerer-im-Manne-erweckendem Stil, fährt eine steile Bergstraße hoch. Rechts der Abhang links der Berg, von hinten der Porsche. Natürlich ganz im Sinne einer ordentlichen Portion “Simuliere Fahrspaß und Geschwindigkeit”-Manier. Da dachte sich der Texter wohl “Jetzt zeigen wir denen mal beim Spiegel, was aufm Punkt ist!”.

Die Headline dazu lautet: “60 Jahre unbequem.”

Erst Zeilen weiter unten versteckt sich in der Subline der Zusatz: “Wir gratulieren zu 60 Jahren Spiegel”.

Hmm… auch wenn ich weiß, dass Porsche älter ist, und der Texter nur die Nachhaltigkeit seiner Zeilen verstärken wollte, bleibt bei mir als erstes “60 Jahre unbequem.” zusammen mit dem roten Porsche im Kopf hängen. Schön und gut, dass auch noch dem Spiegel gratuliert wird. Aber trotz der Subline, bleibt ein bitterer Assoziationsbeigeschmack haften, dass Porsche fahren unbequem sein muss. Ich kann das zwar nicht beurteilen, ich durfte noch nie mit einem fahren. Aber zumindest kann ichs mir jetzt vorstellen.

Auch wenn es also eine Geburtstagsanzeige ist, sollte sie nicht dennoch imagefördern sein? Oder zumindest “neutral”? Oder arbeitet man dort eher nach dem Motto, alles für die Anderen, nix für uns?

Also, ich mein ja nur.

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