Heute schon widerstanden?

by freimachen


Na, wie läuft es so mit dem Widerstand? Kämpft er noch oder lebt er schon?

Ja, genau, er. Widerspenstig hat er sich bisher immer dann von der Bildfläche gestohlen, wenns brenzlig wurde. Aber heute ist er groß. Und ich meine hier, damit das gleich klar ist, den eigentlich kleinen, alltäglichen Widerstand gegen die Natur der Dinge.

Zusammengefasst, den Widerstand gegen das unerträgliche Sein an einem nicht so leichten Tag.

Doch dann kommt der Sog. Der Ruf der Finsternis. Die Vorboten der Prokastrination.

Man sollte ihm eigentlich besser nicht so klein bei geben. Sondern aufbegehren. Sich auflehnen. Gegen die Sucht, die Trägheit, die Routine, die Monotonie der alltäglichen, banalen Entscheidungswut.

Eine Revolution im kleinen, ohne gefressene Kinder, ohne Blutvergießen. Rein nonverbal, aber brutalst aktiv.

Doch heute kann ich dem noch widerstehen, dem und…

* der letzten Mozartkugel
* dem einen Telefonanruf, der unbedingt getätigt werden müsste
* dem Putzen
* dem Lesen zweier dicker Wälzer, die eigentlich ganz interessant scheinen
* der Wut, die einen Dinge tun lassen will, die man später immer bereuen würde

Ja, ich tue es. Ich wiederstehe. Für’s erste und jetzt. Ich prokrastiniere, was das Zeug hält.
Denn heute rockt der Antiwiderstand das Haus, zügelt die Gedankenkreise, lässt Mitleid übers Selbst fließen und doofe Gedanken an noch dööfere Menschen im Schatten der Selbstzweifel gedeihen.

Und selbst? Wie läuft’s so mit dem Widerstand?

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