Was war ich?

by freimachen

Nachdem ich gestern beim Spiegel die Frage nach dem “Waren Sie ein Scout oder ein Amigo” gelesen habe, ertappe ich mich dabei, wie ich nostalgieschwelgend ins Grübeln komme. Nicht, dass die Frage nach dem “Wer bin ich?” schon schwierig genug ist, nein, nun raubt mir auch noch die Frage nach dem “Was war ich?” wertvollen Arbeitsspeicher.

Aber nun gut. Ich glaube und gebe zu, ja, ich war ein Amigo. Und auch wenn ich es gerne verdrängen würde, er war auch noch lila. Oder war es rosa? Was zumindest endgültig die heutige Aversion gegen diese Farben erklären würde. Schenke ich dem Spiegelartikel also glauben, standen damit schon mindestens die nächsten vier Jahre meiner schulischen Laufbahn unter keinem guten Stern. Und das alles nur wegen eines Tornisters? Die Sozialisierung gehemmt? Der Eintritt in die Gruppe der opinion leader verwehrt? Die Credibility schon bei der Einschulung verspielt?
Es würde ja so einiges erklären, aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, ob die Markenwahl damals überhaupt schon mit naserümpfender Bewertungskompetenz seitens meiner Mitschüler beachtet wurde. Denn nur mal so rein hypothetisch… war man beim Kauf überhaupt schon soweit in der schulischen Hackordnung geschult, von der man BTW ja bis dato keinen Plan hatte, dass dies die Kaufentscheidung hätte beeinflussen können? Hätte man es in seiner kindlichen Naivität überhaupt in der Hand gehabt? Ein entschiedenes NEIN! Somit MUSSTE man sich seinem Schicksal einfach fügen. No time to choose, no time to regret!

Und mal davon ab, die Grundschulzeit war trotzdem schön, und nein, ich habe sie nicht alleine auf dem Schulhof mit meinen imaginären Freunden verbracht. So schlimm kann Amigo also nicht gewesen sein…

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